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Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften

Sonderforschungsbereich 1357 Mikroplastik

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Bild von Mikroplastik am Strand

 
​Sonderforschungsbereich 1357 ​Mikroplastik

Verständnis der Mechanismen und Prozesse der biologischen Effekte, des Transports und der Bildung:
Von Modell- zu komplexen Systemen als Grundlage neuer Lösungsansätze


Die ubiquitäre Kontamination der Umwelt durch Mikroplastik (MP), die damit verbundenen potenziellen Risiken für Ökosysteme und letztendlich für unsere Gesundheit ist in letzter Zeit sehr stark in den Blickpunkt des öffentlichen und wissenschaftlichen Interesses gerückt.

Das junge Forschungsfeld MP hat sich bis dato vorwiegend auf die Entwicklung geeigneter Monitoringverfahren, die quantitative Abschätzung der Kontamination der Umwelt, die Identifikation relevanter Eintragspfade und auf erste Eintragsminimierungsansätze beschränkt. Ökotoxikologische Fragestellungen wurden zumeist mit Hilfe fabrikneuer Kunststoffen untersucht. Bei all diesen Ansätzen fehlte jedoch bislang ein fundamentales Verständnis von den physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen, denen MP in der Umwelt unterworfen ist. Die wissenschaftliche Komplexität der Thematik MP erfordert für ein ebensolches Verständnis jedoch einen interdisziplinären Ansatz, der die traditionellen Fachgrenzen überbrückt.

Das Ziel dieser SFB-Initiative ist es daher - ausgehend von Modellsystemen für Kunststoffe, Organismen und Umweltkompartimente - ein grundlegendes Verständnis jener Prozesse und Mechanismen zu erlangen, die in Abhängigkeit von den physikalischen und chemischen Eigenschaften der Kunststoffe

  • biologische Effekte von MP in limnischen und terrestrischen Ökosystemen bedingen
  • Migrationsbewegungen der MP-Partikel in und zwischen Umweltkompartimenten beeinflussen
  • die Bildung von MP ausgehend von makroskopischen Kunststoffen verursachen.

Diese Erkenntnisse werden erstmals eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die Bewertung der Umweltrisiken von MP existierender Massenkunststoffe bieten. Darauf aufbauend sollen - bereits in der ersten Antragsphase beginnend - neue umweltfreundliche Kunststoffe im Sinne einer nachhaltigen Polymerchemie entwickelt und anhand von Modellsystemen verifiziert werden.

Diese neuen Kunststoffe werden unter anderem schnellere Abbauprozesse durch die Applikation von Beschleunigern und strukturellen Modifikationen aufweisen und werden zur Vermeidung bzw. Reduzierung von MP beitragen. Aufgrund der gewonnenen umfassenden Erkenntnisse aus Phase I sollen zudem auf längere Sicht (Phase II und III) Kunststoffe gezielt so modifiziert werden, dass sie aufgrund ihrer neuen Eigenschaften keine schädigenden Effekte auf Organismen und auf die Umwelt insgesamt mehr aufweisen.

Die Komplexität der untersuchten Modellsysteme soll im Verlauf des SFB 1357 gesteigert werden, um eine möglichst hohe Relevanz in Bezug auf reale Ökosysteme zu erreichen.

Pressemitteilung: Neuer Sonderforschungsbereich für die Universität Bayreuth

Sprecher:

Prof. Dr. Christian Laforsch
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30
95447 Bayreuth

Telefon: +49 (0)921 / 55-2650
E-Mail: christian.laforsch@uni-bayreuth.de


Co-Sprecher:

Prof. Dr. Andreas Greiner
Universität Bayreuth
Universitätsstrasse 30
95447 Bayreuth

Telefon: +49 (0)921 / 55-3399
E-Mail: greiner@uni-bayreuth.de

Verantwortlich für die Redaktion: Susanne Wolf

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